Rogaland | Terra-Tourer https://terra-tourer.de Reiseberichte und Fotos mit unserem Van. Thu, 24 Sep 2020 16:40:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 https://terra-tourer.de/wp-content/uploads/2017/07/cropped-LOGO-TERRATOURER_2-WEBSITE-ICON-32x32.png Rogaland | Terra-Tourer https://terra-tourer.de 32 32 Jæren & Vest Agder– vielseitige Kulturlandschaft entlang der Nordseeküste https://terra-tourer.de/jaeren-vest-agder-vielseitige-kulturlandschaft-entlang-der-nordseekueste?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=jaeren-vest-agder-vielseitige-kulturlandschaft-entlang-der-nordseekueste https://terra-tourer.de/jaeren-vest-agder-vielseitige-kulturlandschaft-entlang-der-nordseekueste#respond Wed, 19 Aug 2020 17:15:56 +0000 https://terra-tourer.de/?p=4192

Wir verlassen nun den Lysefjord sowie die markanten Berglandschaften und fahren in Richtung Küste durch die Landschaft Jæren, was auf Deutsch „Kante“ bedeutet. Diese Landschaft, die sich bis Stavanger erstreckt, liegt am Rand des sich im Osten anschließenden Gebirges. Bekannt ist Jæren für seine langen, weißen Sandstrände, die zu Norwegens besten Spots für Wellenreiter, Kite- und Windsurfer zählen. In dieser Region steht die Landwirtschaft im Vordergrund und wohin wir auch schauen, sehen wir Steinhecken und kleine Felder in der Nähe des Meeres. Es ist die Speisekammer Norwegens und zeitweise gewinnen wir auch den Eindruck in Südengland zu sein.

Die Küste von Jæren ist dem offenen Meer schutzlos ausgeliefert und gilt von alters her als der gefährlichste Küstenabschnitt Norwegens. Es war früher eine gängige Methode der Navigation, sich an den Bergen der Küste zu orientieren. Diese liegen in Jæren ein ganzes Stück landeinwärts und somit fehlten den Steuermännern markante Orientierungspunkte zur Navigation. Im 19. Jh. wurde deshalb damit begonnen, die Küstenschifffahrt durch den Bau von Leuchttürmen sicherer zu machen. Heute, in Zeiten moderner Navigation, haben sie ihre Bedeutung eingebüßt, aber einen festen Platz in der Kultur und Geschichte behalten.

Obrestad Fyr

Obrestad Fyr gehört zu einer Kooperation von Leuchttürmen im Rogaland, mit dem Ziel die besondere Funktion, Geschichte sowie Eigenheiten der Leuchttürme in der Küstenlandschaft zu vermitteln. Er wurde 1873 in Granit gebaut, ist 16 Meter hoch und erinnert uns in seiner Architektur ein wenig an eine Kirche. Daneben gibt es noch das Haus des Leuchtturmwärters, ein Bedienstetenhaus und das Wohnhaus der Familie. 1991 wurde der Leuchtturm automatisiert und ist ohne Besatzung. Seit 1998 steht er unter Denkmalschutz und fungiert als Museum.

Obrestad Fyr in Jæren

Madland Havn

Am Madland Havn können wir uns dann mit eigenen Augen davon überzeugen, wie rau und gefährlich es an dieser Küste zugegangen ist. Dort liegen am Strand und im Geröll überall zerstreut die Reste  eines Schiffswracks. Wie lange es hier schon liegt und welche verhängnisvolle Geschichte sich vor vielen Jahren zugetragen hat, bleibt im Dunkeln. Heute liegt es verrostet am Strand und sieht in der untergehenden Sonne ein wenig gespenstisch aus.

An dem kleinen Hafen liegen kaum Boote, aber dafür stehen hier umso mehr Wohnmobile und genießen die Ruhe, den wunderschönen Ausblick auf das Meer und den Sonnenuntergang.

Madland Havn

Varhaug Kapelle

Die seit dem 13. Jh. in Varhaug stehende Kirche wurde 1905 abgerissen und durch eine kleine Grabkapelle ersetzt. Diese befindet sich samt Friedhof in wunderschöner Lage am Meer.

Friluftsfyret Kvassheim

Der Leuchtturm Friluftsfyret Kvassheim liegt im Süden von Jæren und wurde 1912 gebaut. Ab 1990 war der Leuchtturm nicht mehr bemannt und heutzutage finden im ehemaligen Wohnhaus Ausstellungen statt. Im ehemaligen Maschinenhaus wird ein kleines Café betrieben, jedoch kann man hier sein eigenes Proviantpaket mitbringen und verzehren. Ein großes Panoramafenster bietet einen schönen Ausblick auf die umliegenden Felder und das Meer.

Eigerøy Fyr

Wir fahren weiter Richtung Süden, in Egersund über die Eigerøy Bru auf die Insel Eigerøya. Dort überqueren wir den Nautasund über eine Brücke und wandern nun auf der Insel Midbrødøya ca. 2 km durch eine malerische Landschaft. Ein Schotterweg führt über Schafweiden, durch ein kleines Wäldchen, um einen kleinen Bergsee bis zum Eigerøy Fyr. Es ist einer der lichtstärksten Leuchttürme in Europa und Norwegens erster aus Gusseisen. Gebaut wurde der 32,9 m hohe Turm 1854 und bis 1989 wohnte eine Leuchtturmwärterfamilie  im Wärterhaus. Dann wurde das Leuchtfeuer automatisiert und steht seit 1999 unter Denkmalschutz.

Egersund

Auf dem Rückweg halten wir dann in Egersund und schauen uns in der Kleinstadt mit ca. 11.500 Einwohnern ein wenig um. Neben einem schönen Hafen hat der Ort eine charmante Altstadt mit gut erhaltenen Holzhäusern und ist bekannt für eine gemütliche Einkaufsatmosphäre. Kleine Läden in engen, von alten Holzhäusern eingerahmten Gassen sehen sehr einladend aus.  Wir können diese leider nicht von innen anschauen oder einkaufen, da alle schon um 15.00 Uhr schließen. An einem normalen Wochentag – hier geht es wirklich gemütlich zu.

Sogndalstrand

Sogndalstrand ist ein kleines Hafendorf in der Gemeinde Sokndal und liegt an der Mündung des Flusses Sokna. Der kleine Ort ist eines der meist besuchtesten Reiseziele in Rogaland und der Ortskern steht seit 2005 unter Denkmalschutz, der einzige in ganz Norwegen. Die Holzhäuser stammen aus dem 18. und 19. Jh. und sind alle bewohnt oder werden als Restaurant, Galerie oder Laden genutzt. Beim Gang durch die enge Gasse fühlen wir uns ein wenig in der Zeit zurückversetzt. Am Ende des Weges stehen wir auf mit Gras bewachsenen Felsen und genießen eine fantastische Aussicht auf ein tiefblaues Meer mit einigen kleinen, vorgelagerten Inseln.

Außerhalb dieses kleinen, alten Dorfkerns ist das Angebot weitaus vielfältiger. In den letzten Jahren hat es einen regelrechten Boom in vielen Bereichen gegeben z. B. ein Kulturhotel, Galerien, Golfplätze, regionale Geschäfte, ein Outdoor Amphitheater, Searafting und ein Fischereimuseum. Im Sommer finden viele große Konzerte im Sogndalstrand Amphitheater statt.

Helleren

Ein einzigartiger Ort und gleichzeitig Zeugnis der Vergangenheit sind zwei alte Häuser aus dem Ende des 18.Jh., die unter einem mächtigen Felsvorsprung am Jøssingfjord versteckt sind. „Helleren“, was auch Felsenhöhle bedeutet, war früher ein kleines Gehöft, in dem zeitweise bis zu drei Familien lebten. Die Häuser sind für heutige Verhältnisse unglaublich klein und ohne wetterfeste Dächer gebaut, der Felsvorsprung bot genügend Schutz vor Regen, Schnee oder Unwettern.

Das blaue (heute fast weisse) Haus ist für Besucher offen: wir gehen hinein und sehen voller Respekt die schlichten Holzmöbel, den kleinen Holzofen, einige Werkzeuge und ein Paar getragene Schuhe.

Hinter dem roten Haus steht ein Eimer, in dem tropfendes Wasser aus dem Felsen aufgefangen wird. Dieses war für durstige Wanderer bestimmt und auch heute erfüllt das sehr wohlschmeckende Wasser noch seinen Zweck.

Flekkefjord

Dieses malerische Städtchen liegt am nördlichen Ende des Stolsfjorden. Ein reizvolles Stadtviertel, mit Holzhäusern aus dem 17. und 18. Jh. ist Hollenderbyen die „Holländerstadt“. Ab dem 16. Jh. ließen sich eine große Zahl Holländer hier nieder und lebten vom Handel mit Eichenholz, Granit und Hummern. In ihrem Heimatland war der Bedarf an diesen Handelswaren enorm. Bis heute werden große Teile von Amsterdam von Eichenholz und Granitgneis aus Flekkefjord getragen. Und so drückten sie Flekkefjord und den Einwohnern ihren Stempel auf. Sehr sehenswert ist auch die weiße Holzkirche, die 1832 mit einem markanten, achteckigen Turm erbaut wurde.

Wir parken neben dem hübsch angelegten Bootshafen und schauen eine ganze Weile dem regen Treiben, dem Kommen und Gehen zu. Boote legen an und fahren nach erledigten Einkäufen wieder zurück auf die vorgelagerte Insel Hidra. Dann kommt eine Frau, die neben uns parkt, voll beladen mit Taschen zu ihrem Auto zurück. Wir kommen ins Gespräch und sie erzählt, dass sie auch auf Hidra lebt und gleich mit der Fähre wieder hinüberfährt. Und wie schön diese Insel und die Natur sind; sie empfindet es als großes Glück dort zu leben.  Da wir aus Deutschland kommen, erzählt sie noch, dass sie 1989 mit der Schulklasse in Berlin gewesen ist. Noch vor dem Mauerfall, also nur in Westberlin und auch nur ein einziges Mal.

Jølle

Auf dem Weg die Küste entlang fahren wir über den Listafjord auf die Halbinsel Lista und suchen uns dann einen ruhigen Platz zum Übernachten. So landen wir in Jølle, einem kleinen Hafen und erleben hier einen wunderschönen Sonnenuntergang mit Blick auf Hidra.

Lista Fyr

Am Morgen fahren wir dann ein Stück an der zerklüfteten Küste entlang zum Lista Fyr. Dieser 34 Meter hohe, aus Stein gemauerte Leuchtturm wurde 1836 in Betrieb genommen. Im Besucherzentrum sehen wir eine kleine Ausstellung über den Leuchtturm sowie Rettungseinsätze aus vergangener Zeit. Heutzutage gibt es zwei Appartements im Leuchtturm, in denen man übernachten kann.

Auf der Rasenfläche vor dem Leuchtturm werden wir von hunderten kleinen Norwegenflaggen begrüßt und lesen später dann, dass es 2.000 Stück sind und es sich hierbei um ein gerade laufendes Projekt handelt.

Ein weiteres Projekt „Oceanhope“ finden wir dann am Strand. Es geht hier um die Meeresverschmutzung – dieser „Müllglobus“ wurde 2018 aus Plastik gebaut, dass im südnorwegischen Schärengebiet angespült wurde. Daneben treffen wir, wie an vielen anderen Orten an der Küste, auf Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg.

Danach haben wir bei schönstem Sommerwetter einen Spaziergang am Strand entlang gemacht. Die kilometerlangen Sandstrände mit weißem, weichen Sand sind als Badestrände und bei Spaziergängern sehr beliebt. 

Farsund

Farsund-Resort ist eine reine Touristenanlage, was wir auf den ersten Blick so gar nicht wahrnehmen. Hier wurde alles machbare unternommen, um den Eindruck eines „gewachsenen Dorfes“ mit einer erholsamen  und gemütlichen Atmosphäre zu vermitteln. Es wohnt nicht ein Norweger in den Häusern.

Wir sind durch einen Teil der Anlage gegangen und es ist wirklich für jeden etwas dabei und tatsächlich sehr gemütlich. Über Badeplätze, Minigolf, Beachvolleyball findet man hier tolle Wanderwege. Es gibt ein schönes Restaurant und zu jedem Haus kann ein Boot, zum Angeln oder auch nur um ein wenig im Fjord zu schippern, gemietet werden. Der kleine Hafen hat alles, was ein Anglerherz sich wünscht und Fische sind bestimmt reichlich im Fjord vorhanden.

Wir machen es uns im Wohnmobil gemütlich und genießen den schönen Ausblick auf den Hafen und den Fjord.

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Von Hordaland nach Rogaland – Fjorde und Küsten https://terra-tourer.de/von-hordaland-nach-rogaland-fjorde-und-kuesten?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=von-hordaland-nach-rogaland-fjorde-und-kuesten https://terra-tourer.de/von-hordaland-nach-rogaland-fjorde-und-kuesten#respond Tue, 11 Aug 2020 21:02:15 +0000 https://terra-tourer.de/?p=3981

Fana

Etwas unsanft werden wir am nächsten Morgen geweckt. Es rumpelt, rumort und poltert sehr laut. Erst 7.00 Uhr. Nach einem Blick aus dem Fenster steht vor uns am Kai ein großes Schiff, feuerrot, obendrauf ein Bagger und belädt einen Lkw nach dem anderen mit Material für den Straßenbau. Das Entladen des Schiffes dauert bis mittags und anschließend, bei einem kleinen Plausch mit einem der Lkw-Fahrer, hören wir, dass es insgesamt 800 t für eine naheliegende Baustelle sind. Per Schiff wird das Material aus weiter Entfernung hierher gebracht und dann per Lkw nur noch kurze Strecken transportiert. Das macht natürlich Sinn.

Wir machen uns dann auf die Socken und überqueren, leider bei schlechter Sicht, den Bjørnafjord mit der Fähre. 

Haugesund

Der nächste Ort, den wir besuchen, ist Haugesund. Im 19. Jh noch ein kleines Fischerdorf setzte man nach Ausbleiben des Herings auf Schiffbau und Handel. Heute zählt die Stadt ca. 36.500 Einwohner und hat dennoch viele traditionelle weiße Holzbauten im Hafengebiet. Hier finden wir dann erstaunlicherweise ein Denkmal von Marilyn Monroe. Ihr Vater soll hier als Bäcker gelebt haben, bevor er in die USA auswanderte und es erinnert an ihre Wurzeln in dieser Region.

 Das Rathaus könnte auch in Italien stehen; es zeichnet sich durch charakteristische Säulen, Bögen und Kuppeln aus und spiegelt die starken Eindrücke der beiden Architekten wieder, die diese 1921 während einer Studienreise in Italien erhielten.

Karmøy & Avaldsnes

Der Karmsund, die Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Karmøy ist der Weg nach Norden, Nordwegen genannt. Wir fahren über eine Brücke auf die Insel und in die Nähe von Avaldsnes, welches im 9. Jh Königssitz war. Avaldsnes war zur Wikingerzeit ein wichtiger Standort, weil König Harald Hårfagre (Schönhaar) von hier aus den Handel auf dem Nordwegen unter Kontrolle hatte.

Wo heute die Olavskirche steht, befand sich zu jenen Zeiten ein heidnischer Kultort mit einem Kreis aus Riesensteinen. Einer der zwei heute noch existierenden Bausteinen steht an der Nordseite des Frühromanischen Gotteshauses und ist als die „Nähnadel der Jungfrau Maria“ bekannt. Es heißt, dass der Tag des Jüngsten Gerichts ausbräche, sobald der Stein die Kirchenwand berührt. Einige Pfarrer sollen sogar die Spitze des Steines abgebrochen haben, um das zu verhindern. Als die Kirche 1250 erbaut wurde, ließ man die Wand schräg mauern, um eine Berührung zu vermeiden. Der jetzige Abstand zwischen Nähnadel und Kirche beträgt noch ganze 9,2 cm!

Skudeneshavn

An der südlichen Spitze von Karmøy liegt Skudeneshavn, Sommerstadt Norwegens 2004. Zur Besonderheit des rd. 200 Jahre alten Ortes, der als eine der schönsten Kleinstädte des Westens gilt, zählen die weißen Holzhäuser mit den Schnitzereien. Diese herrschaftliche Pracht entstammt der Zeit von Heringsfischerei und -handel. Die gepökelten Fische wurden von hier aus nach Holland und Russland exportiert. Auch die Hummerfischerei spielte eine große Rolle für die Blüte der Stadt. Beim Bummel durch die engen Gassen entdecken wir viele kleine liebenswerte Details.

Oberhalb des Hafens befindet sich ein Naturpark, der im Jahr 1900 gepflanzt wurde. Von der „Dame im Park“, einer Galionsfigur des Segelschiffes Concordia, werden wir am Eingang begrüßt. Etwas versteckter im Park finden wir einen Meteroitenstein (Mondstein genannt), der wohl vom Gletschereis genau an diese Stelle gebracht wurde. Sein Alter wird auf bis zu 800 Millionen Jahre geschätzt.

Ferkingstad

Wir machen uns dann auf den Rückweg und fahren an der Westküste von Karmoy in Richtung Haugesund. Am Ferkingstadhamn halten wir an und gehen dann einen Wanderweg zu einem Fischerdenkmal. Dieses hat man dort allen Fischern gesetzt, die vor dieser rauen Küste ums Leben gekommen sind. Die kleinen Fischerboote aus früheren Zeiten hatten den gewaltigen Wellen der Nordsee bei Sturm wenig entgegenzusetzen.

Åkrasanden

Einige Kilometer weiter dann feinsandiger Strand, am Åkrasanden, wo wir eine längere Pause einlegen. Zum Baden ist es allerdings ein bisschen zu kühl und zu windig.  Etwas später finden wir in Ognøya einen ruhigen Platz zum Übernachten und erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Ognøya

Tungenes Fyr 

Nach einer Fährfahrt über den Boknafjorden und zwei wirklich kilometerlangen Tunneln machen wir in Randaberg am Tungenes Fyr halt. Dies ist kein typischer, aber ein denkmalgeschützter Leuchtturm von 1862. Hier finden heutzutage Ausstellungen, Führungen, Konzerte und andere Kulturveranstaltungen in einer charakteristischen Küstenlandschaft statt. Wir genießen noch ein wenig die Stille und die Natur, denn danach steht Stavanger auf unserem Plan.

Stavanger

Kaum eine norwegische Stadt verbindet Altes und Modernes so gekonnt miteinander wie die Kulturhauptstadt 2008: Stavanger. Über 170 traditionelle, weiß gestrichene Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen in „Gamle Stavanger“. Die niedrigen, puppenstubenhaften Häuser stammen aus einer Zeit, in der die Einwohner noch vom Fang von Heringen und Sprotten lebten.

1969 eröffnete sich dann überraschend ein weiterer Wirtschaftszweig: Öl wurde vor der Küste entdeckt. In den folgenden Jahren entwickelte sich Stavanger zum Zentrum der Ölindustrie, die Tausende neuer Arbeitsplätze bot.Heute ist sie die viertgrößte Stadt Norwegens. Der mit dem schwarzen Gold verbundene Reichtum wurde zum Nutzen der Stadt nicht nur in den Bau neuer Betonburgen und Glaspaläste, sondern ebenso in die Restaurierung der alten Viertel gesteckt.

Wir bummeln durch die lebhafte Innenstadt, vorbei an farbenfrohen historischen Holzhäusern, in denen überwiegend Pubs, Cafés und Restaurants untergebracht sind. Dieses Viertel wird mittlerweile als „Stavanger Notting Hill“ bezeichnet. Dann gehen wir am Hafen entlang, an dem zahlreiche Boote und historische Schiffe liegen und landen vor dem modernsten Bauwerk mit einer imposanten Architektur, dem Ölmuseum.

Von Stavanger aus fahren sehr viele Ausflugsschiffe in den Lysefjord und zum Preikestolen. Als wir Stavanger verlassen, halten wir am Denkmal „Sverd i fjell“ an. Drei monumentale Schwerter stecken hier im Felsen und erinnern an die Schlacht, mit der König Harald Hårfagre am Ende des 9. Jahrhundert Norwegen zum Königreich vereinte. Vorher wurde es von einer Vielzahl von Kleinkönigen und Häuptlingen beherrscht.

Preikestolen

Eine Fähre bringt uns etwas später von Lauvvik nach Oanes, dann überqueren wir den Lysefjord und stehen am kleinen Hafen von Forsand zum Übernachten. Ein Paar aus Slowenien parkt mit einem VW-Campingbus ebenfalls hier, der Mann angelt und hat entweder sehr viel Glück oder sehr viel Geschick. Innerhalb einer Viertelstunde holt er 5-6 Makrelen aus dem Fjord. Wir bekommen 2 davon ab und unterhalten uns dann eine ganze Weile mit den Beiden. Sie kommen aus Ljubljana, sind ebenso wie wir sehr gerne in Norwegen unterwegs und wollen am nächsten Tag auf den Preikestolen. Genau wie wir auch.

Nach einem stärkenden Frühstück geht es los zum Parkplatz am Fuße des Preikestolen. Wanderschuhe an, Rucksack gepackt und dann bei schönstem Wetter los. Erst ist es ein einfacher Weg durch bewaldete Hügel, dann geht es über Steine, Felsen und Geröllfelder immer steiler nach oben. Es sind etliche Menschen mit dem gleichen Ziel auf dem Weg und wir sind nie allein. Zwischendurch geht es über Planken durch ein Sumpfgebiet und dann durch eine Schlucht mit zahlreichen Felsbrocken. Mittendrin dann auch wieder ein gutes Stück hinunter, um dann noch höher zu klettern.

Die größte Herausforderung kommt dann kurz bevor das Ziel in 604 Metern Höhe erreicht ist. Relativ dicht am Abgrund sind die letzten Meter auf das 25 mal 25 Meter große Plateau des „Predigerstuhls“ zurückzulegen. Für uns – mit Höhenangst – eine ziemliche Überwindung. Haben wir dann jedoch gemeistert und das Panorama, das sich uns bietet ist überwältigend. Unter diesem sensationellen Felsen der Lysefjord, flankiert von hohen Steilwänden und soweit das Auge reicht weiche Felsformationen, teils bewaldet.

Der Preikestolen zählt zu den meistbesuchten Naturdenkmälern des Landes und wir genießen mit vielen anderen an diesem Tag bei einem Picknick den wunderschönen Ausblick.

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