Mitternachtssonne | Terra-Tourer https://terra-tourer.de Reiseberichte und Fotos mit unserem Van. Thu, 20 Aug 2020 16:28:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 https://terra-tourer.de/wp-content/uploads/2017/07/cropped-LOGO-TERRATOURER_2-WEBSITE-ICON-32x32.png Mitternachtssonne | Terra-Tourer https://terra-tourer.de 32 32 Tromsø – Tor zum Eismeer https://terra-tourer.de/tromso-tor-zum-eismeer?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=tromso-tor-zum-eismeer https://terra-tourer.de/tromso-tor-zum-eismeer#respond Fri, 26 Jul 2019 09:10:58 +0000 https://terra-tourer.de/?p=1764

Tromsø – Tor zum Eismeer

Die Ankunft in Tromsø bei strahlendem Sonnenschein war schon für sich sehr sehenswert. Rechts und links des Fjordes liegen der Festlandteil Tromsdalen und der Inselteil Tromsoya, verbunden durch die Tromsøbrua. Diese Brücke ist 1.036 m lang, 36 m hoch und an ihrem Fusse liegt die Eismeerkathedrale.

Wir sind zunächst schnurstracks zum Campingplatz, haben uns für 2 Übernachtungen eingecheckt und erst einmal unsere Wäsche der letzten 3 Wochen gewaschen.

Eismeerkathedrale

Danach sind wir dann zur Eismeerkathedrale, dem bekannten Wahrzeichen von Tromsø, gegangen. Diese liegt nur 10 Minuten Fussweg vom Campingplatz entfernt. Die Kathedrale wurde 1965 erbaut und besticht durch seine architektonisch markante Konstruktion, die zusammengeschobene Eisschollen darstellen soll. Durch diese Bauweise und durch ein 23 Meter hohes Glasmosaik entstehen bemerkenswerte Lichteffekte.

Das Zentrum der Universitätsstadt Tromsø (ca. 62.000 Einwohner) liegt auf Tromsoya. Und wir – beide mit einer gewissen Höhenangst behaftet – sind dann tapfer über die 36 m hohe Brücke gegangen.

Welch ein toller Ausblick auf den Hafen, in dem gerade ein Schiff der Hurtigruten angelegt hatte und viele andere Boote lebhaft unterwegs waren. Nachdem wir unseren abendlichen Bummel beendet hatten, sind wir mit dem Bus wieder zurück gefahren. 

Polar Museum

Am nächsten Morgen war unser erstes Ziel das Polar Museum, untergebracht in mehreren denkmalgeschützten ehemaligen Zollhäusern.

Tromsø wurde legendär als Ausgangspunkt von Arktisexpeditionen und hier werden diese Unternehmungen anschaulich dokumentiert z.B. von Fridtjof Nansen oder Roald Amundsen. Letzterer war wohl der erfolgreichste Entdecker rund um Nord- und Südpol und wurde 1911 zum norwegischen Nationalhelden, als er als erster Mensch den Südpol erreichte. Er starb bereits im Alter von 56 Jahren, als er beim Rettungsversuch eines verunglückten italienischen Polarforschers mit dem Flugzeug abstürzte und verschollen blieb.

Aufgrund der Polarexpeditionen wird Tromsø auch das „Tor zum Eismeer“ genannt. Ein weiterer Beiname „Paris des Nordens“ ist ebenfalls sehr treffend: Tromsø ist eine sehr freundliche, sehr lebendige Stadt mit vielen kulturellen Einrichtungen, einer gepflegten Innenstadt mit zahlreichen Geschäften sowie einer hohen „Kneipendichte“.

Hier gibt es die nördlichste Brauerei, die das vor Ort gebraute Bier „Mack“ ausschenkt und die auch besichtigt werden kann.

Tromsø Kathedrale & Bibliothek

Unser Stadtrundgang führte dann noch an der Tromsø Kathedrale, der nördlichsten Domkirche und zugleich eine der grössten Holzkirchen der Welt sowie an der sehenswerten Bibliothek vorbei.

Wir schlenderten weiter am Hafen entlang. Dort lag wieder ein Schiff der Hurtigruten und einige Angler wollten sich ihr Abendessen aus dem Fjord holen.

Wir machten dort eine kleine Pause und konnten aus einem lauten Gespräch zwischen 2 Anglern mithören, dass einer der beiden aus Südkorea stammt und seit 2 Jahren mit seiner Frau durch die Welt reise. Übrigens ein äusserst lustiger Geselle, dessen Fahrzeug wir dann kurze Zeit später auf dem Parkplatz, auch aus der Erzählung heraus, sofort erkannten. 

Polaria

Das letzte Ziel, bevor wir wieder über die Tromsøbrua zum Campingplatz gingen, war das Polaria. Dies ist ein Wissens- und Erlebniszentrum rund um das Thema Polarregion und Barentssee. In einem großem Aquarium sind arktische Robben, Seehunde und Fische zu sehen. Wir konnten eine Fütterung sowie eine Spiel- bzw. Lehrstunde miterleben. Für uns war dies ein sehr informativer und lohnenswerter Besuch. 

Storsteinen

Für den letzen Abend bzw. die letzte Nacht in Tromsø wollten wir uns die Stadt und die umliegenden großen Inseln aus luftiger Höhe ansehen und gleichzeitig die Mitternachtssonne nochmals in voller Pracht miterleben

Dazu eignet sich der „Storsteinen“, ein 420 m hoher Berg in Tromsdalen – auch mit einer Seilbahn ausgerüstet – besonders gut.

Seilbahn kann ja jeder! Wir aber zogen die Wanderstiefel an und los ging’s. Anfangs über schmale Wanderwege, später über 1.200 Felstreppen – begleitet durch unzählige Fliegen bzw. Mücken – schafften wir den wirklich schönen Aufstieg.

Ebenso wie auch ca. 100 weitere Besucher wurden mit einem spektakulären Panorama und dem Blick auf die Mitternachtssonne belohnt. Ein unvergessliches Erlebnis zum Genießen.

Nach dem Abstieg waren wir um 02.00 Uhr wieder auf dem Campingplatz – zwar müde, aber es hat sich gelohnt, wie Tromsø überhaupt. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen; dann im Winter, um auch die Nordlichter live zu erleben und weil es uns hier sehr gut gefallen hat. 

Science Centre of Northern Norway

Bevor wir am nächsten Morgen weiterfuhren, besuchten wir noch das Science Centre of Northern Norway und sahen uns im dortigen Planetarium schon mal eine tolle Vorführung über die sensationellsten Nordlichter an. Von einem Fotografen, der in Tromsø lebt und die Aufnahmen größtenteils in der Umgebung aufgenommen hat. Danach machten wir uns auf den Weg Richtung Senja.

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Polarkreis & Lappland https://terra-tourer.de/polarkreis-lappland?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=polarkreis-lappland https://terra-tourer.de/polarkreis-lappland#respond Sun, 14 Jul 2019 22:37:05 +0000 https://terra-tourer.de/?p=1583

Rovaniemi

In Rovaniemi angekommen, suchten wir uns einen Platz am Ounasvaara „activity park“ zum Übernachten. Dies ist ein bewaldeter Hügel, durchzogen von Spazierwegen, Mountainbike-strecken und Skilanglaufpisten. Inzwischen war es 23.30 Uhr und immer noch so hell, dass wir ohne zusätzliche Lichtquelle noch unsere Erlebnisse aufschrieben und Fotos sichteten. Aus dem Augenwinkel heraus bemerkten wir vor uns zwischen den Bäumen irgendeine Aktivität.

Beim näheren Betrachten erkannten wir eine kleine Herde von Rentieren, die hier ihr Nachtmahl einnehmen wollten. Die Kamera sowie die GoPro geschnappt und so wie wir waren raus, um die Szene einzufangen… innerhalb der nächsten Minuten war der Spuk dann vorbei und die Tiere weg, aber was für ein schönes Erlebnis!

Am Morgen haben wir dann den ganzen Hügel erkundet und entdeckten neben Santasport (Sportschule von Lappland), einen Hochseilgarten, einen Fußballplatz, eine Eishockeyhalle, eine Sommerrodelbahn und einige Skisprungschanzen. Hier wird die Jugend sportlich gefördert, trainiert und es finden auch Wettkämpfe statt. Jedermann hat hier die Möglichkeit, vielerlei Outdooraktivitäten nachzugehen: spazieren, walken, joggen, Mountainbike und Ski fahren. Es war reger Betrieb auf dem Ounasvaara und dies bis spät in die Nacht hinein, denn es blieb ja taghell.  Unser nächstes Ziel in Rovaniemi war das Arktium. Ein Wissenschaftscenter und Museum zugleich, dass die Natur, Kultur sowie die Geschichte des Nordens nahe bringt. Es war sehr informativ und die verschiedenen Ausstellungen waren sehr interessant und sehenswert. Das Gebäude ist architektonisch sehr beeindruckend: ein 172m langer – teils unter der Erde liegender Glastubus, der je nach Jahreszeit u. Lichtverhältnissen für unterschiedliches Ambiente sorgt.

Santa-Park

Danach fuhren wir zum Santa-Park – einfach ein „muss“, wenn die Route über den Polarkreis führt. Direkt am Eingang geht es unter die Erde und dann erlebt man Weihnachten pur: geschmückte Weihnachtsbäume, Elfen, die Spielzeuge herstellen, das Weihnachtsmann Postamt, eine Backstube, eine Elfenschule, eine Artisten-Show und Santa Claus persönlich. Des Weiteren hat man hier die Möglichkeit, unterirdisch den Polarkreis zu überqueren, wer möchte, sogar zertifiziert mit einer Urkunde, höchstpersönlich von einem Elfen ausgestellt. Eine nette Erfahrung und für Kinder bestimmt ein unvergesslicher Ort!

Polarkreis & Mitternachtssonne

Kurze Zeit später überquerten wir dann ein zweites Mal den Polarkreis, dieses Mal über der Erdoberfläche und nun befanden wir uns in Lappland. Immer weiter Richtung Norden begleiteten uns rechts und links der Strassen Wälder, Seen und Flüsse, die sich mit immer weniger und immer kleineren Orten abwechselten.

Auch Rentiere standen nun öfter am Strassenrand oder sogar direkt auf der Strasse. Für uns eine neue Erfahrung – wir hielten an oder bremsten ab. Für die Finnen vermutlich Alltag – sie hupten kurz und fuhren vorbei. Bei der Suche nach dem nächsten Übernachtungsplatz stiessen wir auf einen Ort namens Saariselkä. Hier gab es auf einem Hügel ein Hotel und einige Skipisten inkl. Seilbahnen, an dem man mit dem Wohnmobil stehen durfte.

Als wir dort eintrafen, wussten wir auch warum: neben einigen anderen, die dort schon standen, reihten wir uns ein – den Blick Richtung Norden. Hier hatten wir dann ein spektakuläres Erlebnis hautnah. Ab 23.30 Uhr sahen wir die Sonne langsam Richtung Horizont wandern. Gegen 00.30 Uhr erreicht sie ihren tiefsten Stand, immer noch ein ganzes Stück über dem Horizont und begann langsam wieder zu steigen – Mitternachtssonne! Sie ging nicht unter!

Um uns herum war ein reges Treiben – alle fotografierten, was das Zeug hielt, um diesem Moment festzuhalten. In dieser Nacht wurde scheinbar niemand müde. Ein Mann fuhr sogar noch mit seinem Mountain Bike los. Auch wir stellten fest, dass die Helligkeit uns einen Streich spielte – auch wir wurden einfach nicht müde und es war inzwischen 02.00 Uhr. Nützte nichts: ATLAS abgedunkelt und dann geschlafen.

Inari See

Weiter ging es Richtung Inari See. Kurz hinter Ivalo konnten wir das erste Mal einen Blick auf den See werfen. Welch Dimension und was für ein tiefdunkles Blau, als wäre man am Meer. Auf dem Weg nach Inari fuhren wir dann abwechselnd mal am direkt am See entlang und mal durch Wälder. Orte und auch Häuser wurden immer spärlicher.

In Inari angekommen stellten wir fest, dass der Tourismus eher auf die Wintersaison eingestellt ist. Es wurde nicht viel angeboten. Wer mit dem Boot oder Kanu hier ist, hat natürlich das gefühlte Paradies für sich entdeckt. 1.085 km2 groß und 96m tief ist der Inari See der drittgrößte See Finnlands und der zweitgrößte nördlich des Polarkreises überhaupt. Inari ist die größte Gemeinde Finnlands, 17.334 km2. Mit nur ca. 6.800 Einwohnern und mit atemberaubender Natur. Hier befinden sich die zwei größten Nationalparks Finnlands und Naturschutz sowie Reinheit stehen im Mittelpunkt der lappländischen Lebensart.

Dies konnten wir in Siida, einem Sami-Museum und Naturzentrum, eindrucksvoll feststellen. Hier wird chronologisch die Entwicklung der arktischen Natur und Kultur dargestellt. Im Freilichtmuseum können verschiedene samische Behausungen und Jagdmethoden besichtigt werden. Die Hütten, Vorrats- und Tierschuppen wurden noch bis 1950 genutzt und es beeindruckt sehr, wie einfach und doch zweckmäßig die Samen gelebt haben.

Wir sind dann hinter Inari von der E75 auf die Nebenstrecke abgebogen und fuhren dann westlich am See entlang Richtung Norwegen. Hier empfiehlt es sich mit ausreichend vollem Tank und Proviant zu fahren, denn die Versorgungsmöglichkeiten auf dieser Strecke nehmen rapide ab. Die Landschaft wird auch zunehmend karger und besteht aus arktischen Hochebenen mit runden Kuppen und kargen, teils sumpfigen Einödlandschaften. Nach einem späten Abendessen am See waren wir wieder nicht müde und sind dann noch über die Grenze nach Norwegen gefahren. Wir standen dann in Neiden direkt an einem Wasserfall, dem Skoltefossen.

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