Finnland | Terra-Tourer https://terra-tourer.de Reiseberichte und Fotos mit unserem Van. Mon, 31 Aug 2020 16:12:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.2 https://terra-tourer.de/wp-content/uploads/2017/07/cropped-LOGO-TERRATOURER_2-WEBSITE-ICON-32x32.png Finnland | Terra-Tourer https://terra-tourer.de 32 32 Polarkreis & Lappland https://terra-tourer.de/polarkreis-lappland?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=polarkreis-lappland https://terra-tourer.de/polarkreis-lappland#respond Sun, 14 Jul 2019 22:37:05 +0000 https://terra-tourer.de/?p=1583

Rovaniemi

In Rovaniemi angekommen, suchten wir uns einen Platz am Ounasvaara „activity park“ zum Übernachten. Dies ist ein bewaldeter Hügel, durchzogen von Spazierwegen, Mountainbike-strecken und Skilanglaufpisten. Inzwischen war es 23.30 Uhr und immer noch so hell, dass wir ohne zusätzliche Lichtquelle noch unsere Erlebnisse aufschrieben und Fotos sichteten. Aus dem Augenwinkel heraus bemerkten wir vor uns zwischen den Bäumen irgendeine Aktivität.

Beim näheren Betrachten erkannten wir eine kleine Herde von Rentieren, die hier ihr Nachtmahl einnehmen wollten. Die Kamera sowie die GoPro geschnappt und so wie wir waren raus, um die Szene einzufangen… innerhalb der nächsten Minuten war der Spuk dann vorbei und die Tiere weg, aber was für ein schönes Erlebnis!

Am Morgen haben wir dann den ganzen Hügel erkundet und entdeckten neben Santasport (Sportschule von Lappland), einen Hochseilgarten, einen Fußballplatz, eine Eishockeyhalle, eine Sommerrodelbahn und einige Skisprungschanzen. Hier wird die Jugend sportlich gefördert, trainiert und es finden auch Wettkämpfe statt. Jedermann hat hier die Möglichkeit, vielerlei Outdooraktivitäten nachzugehen: spazieren, walken, joggen, Mountainbike und Ski fahren. Es war reger Betrieb auf dem Ounasvaara und dies bis spät in die Nacht hinein, denn es blieb ja taghell.  Unser nächstes Ziel in Rovaniemi war das Arktium. Ein Wissenschaftscenter und Museum zugleich, dass die Natur, Kultur sowie die Geschichte des Nordens nahe bringt. Es war sehr informativ und die verschiedenen Ausstellungen waren sehr interessant und sehenswert. Das Gebäude ist architektonisch sehr beeindruckend: ein 172m langer – teils unter der Erde liegender Glastubus, der je nach Jahreszeit u. Lichtverhältnissen für unterschiedliches Ambiente sorgt.

Santa-Park

Danach fuhren wir zum Santa-Park – einfach ein „muss“, wenn die Route über den Polarkreis führt. Direkt am Eingang geht es unter die Erde und dann erlebt man Weihnachten pur: geschmückte Weihnachtsbäume, Elfen, die Spielzeuge herstellen, das Weihnachtsmann Postamt, eine Backstube, eine Elfenschule, eine Artisten-Show und Santa Claus persönlich. Des Weiteren hat man hier die Möglichkeit, unterirdisch den Polarkreis zu überqueren, wer möchte, sogar zertifiziert mit einer Urkunde, höchstpersönlich von einem Elfen ausgestellt. Eine nette Erfahrung und für Kinder bestimmt ein unvergesslicher Ort!

Polarkreis & Mitternachtssonne

Kurze Zeit später überquerten wir dann ein zweites Mal den Polarkreis, dieses Mal über der Erdoberfläche und nun befanden wir uns in Lappland. Immer weiter Richtung Norden begleiteten uns rechts und links der Strassen Wälder, Seen und Flüsse, die sich mit immer weniger und immer kleineren Orten abwechselten.

Auch Rentiere standen nun öfter am Strassenrand oder sogar direkt auf der Strasse. Für uns eine neue Erfahrung – wir hielten an oder bremsten ab. Für die Finnen vermutlich Alltag – sie hupten kurz und fuhren vorbei. Bei der Suche nach dem nächsten Übernachtungsplatz stiessen wir auf einen Ort namens Saariselkä. Hier gab es auf einem Hügel ein Hotel und einige Skipisten inkl. Seilbahnen, an dem man mit dem Wohnmobil stehen durfte.

Als wir dort eintrafen, wussten wir auch warum: neben einigen anderen, die dort schon standen, reihten wir uns ein – den Blick Richtung Norden. Hier hatten wir dann ein spektakuläres Erlebnis hautnah. Ab 23.30 Uhr sahen wir die Sonne langsam Richtung Horizont wandern. Gegen 00.30 Uhr erreicht sie ihren tiefsten Stand, immer noch ein ganzes Stück über dem Horizont und begann langsam wieder zu steigen – Mitternachtssonne! Sie ging nicht unter!

Um uns herum war ein reges Treiben – alle fotografierten, was das Zeug hielt, um diesem Moment festzuhalten. In dieser Nacht wurde scheinbar niemand müde. Ein Mann fuhr sogar noch mit seinem Mountain Bike los. Auch wir stellten fest, dass die Helligkeit uns einen Streich spielte – auch wir wurden einfach nicht müde und es war inzwischen 02.00 Uhr. Nützte nichts: ATLAS abgedunkelt und dann geschlafen.

Inari See

Weiter ging es Richtung Inari See. Kurz hinter Ivalo konnten wir das erste Mal einen Blick auf den See werfen. Welch Dimension und was für ein tiefdunkles Blau, als wäre man am Meer. Auf dem Weg nach Inari fuhren wir dann abwechselnd mal am direkt am See entlang und mal durch Wälder. Orte und auch Häuser wurden immer spärlicher.

In Inari angekommen stellten wir fest, dass der Tourismus eher auf die Wintersaison eingestellt ist. Es wurde nicht viel angeboten. Wer mit dem Boot oder Kanu hier ist, hat natürlich das gefühlte Paradies für sich entdeckt. 1.085 km2 groß und 96m tief ist der Inari See der drittgrößte See Finnlands und der zweitgrößte nördlich des Polarkreises überhaupt. Inari ist die größte Gemeinde Finnlands, 17.334 km2. Mit nur ca. 6.800 Einwohnern und mit atemberaubender Natur. Hier befinden sich die zwei größten Nationalparks Finnlands und Naturschutz sowie Reinheit stehen im Mittelpunkt der lappländischen Lebensart.

Dies konnten wir in Siida, einem Sami-Museum und Naturzentrum, eindrucksvoll feststellen. Hier wird chronologisch die Entwicklung der arktischen Natur und Kultur dargestellt. Im Freilichtmuseum können verschiedene samische Behausungen und Jagdmethoden besichtigt werden. Die Hütten, Vorrats- und Tierschuppen wurden noch bis 1950 genutzt und es beeindruckt sehr, wie einfach und doch zweckmäßig die Samen gelebt haben.

Wir sind dann hinter Inari von der E75 auf die Nebenstrecke abgebogen und fuhren dann westlich am See entlang Richtung Norwegen. Hier empfiehlt es sich mit ausreichend vollem Tank und Proviant zu fahren, denn die Versorgungsmöglichkeiten auf dieser Strecke nehmen rapide ab. Die Landschaft wird auch zunehmend karger und besteht aus arktischen Hochebenen mit runden Kuppen und kargen, teils sumpfigen Einödlandschaften. Nach einem späten Abendessen am See waren wir wieder nicht müde und sind dann noch über die Grenze nach Norwegen gefahren. Wir standen dann in Neiden direkt an einem Wasserfall, dem Skoltefossen.

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Hallo Finnland https://terra-tourer.de/hallo-finnland?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=hallo-finnland https://terra-tourer.de/hallo-finnland#respond Thu, 11 Jul 2019 07:52:53 +0000 https://terra-tourer.de/?p=1424

Naantali

Wir sind das erste mal in Finnland und entgegen der Wettervorhersage war das Wetter in Naantali am nächsten Tag sehr gut, es war warm und die Sonne schien. Wir sind dann in die Altstadt gegangen. Hier stehen viele ursprüngliche Holzhäuser in den unterschiedlichsten Farben. Alles ist in sehr gepflegtem Zustand und wir entdeckten viele Details, die den besonderen Charme dieses Ortes ausmachen. Von hier geht es fließend in den Bootshafen über und wir erfreuten uns an dem Ausblick in die Schärenwelt vor der Küste. Auf dem Wasser herrschte buntes Treiben. Einige alte Holzsegelboote kreuzten vor dem Hafen und viele kleine und größere Boote waren unterwegs. Nicht nur uns hat Naantali sehr gut gefallen, auch der Präsident Finnlands hat hier seinen Sommersitz.

Nach der Hafenmeile mit einigen Restaurants und Café’s konnte man über eine Brücke auf eine Insel gelangen, auf der sich ein riesiges Kinderland „Die fröhliche Mumin-Welt“ befindet. Die Figuren stammen von Tove Jansson. Sie war eine finnlandschwedische Schriftstellerin, Zeichnerin, Comicautorin, Graphikerin, Illustratorin und Malerin. Sie ist für die von ihr geschaffene Phantasiewelt der Mumintrolle bekannt geworden. Vom Aussichtsturm hatten wir dann noch einen schönen Blick über den Hafen, die Altstadt und die Schären. In der Touristeninformation bekamen wir dann noch einen tollen Tipp von der dortigen Leiterin, den wir dann auch beherzigt haben.

Wir sind nordwestlich von Naantali mit jeweils kostenfreien Fähren auf 2 Schäreninseln gefahren. Von Velkua ging es mit der ersten Fähre nach Palva und vor dort aus mit der zweiten nach Velkuanmaa. Die Inseln sind klein und bieten viel Natur, jeweils nur eine Hauptstraße und spärlich verteilte Häuser. Auf Palva steht in der Inselmitte ein kleines Hotel, an dem sich einige Motorradfahrer getroffen haben.

Turku

Anschließend sind wir dann direkt nach Turku gefahren. Nachdem wir einkaufen waren, haben wir dann mit Glück einen Stellplatz direkt am Ufer des Aurajoki bekommen. Turku hat ca. 187.000 Einwohner, die höchste prozentuale Studentendichte Finnlands und war Kulturhauptstadt Europas in 2011. Heutige Schwerpunkte sind Technologie, Forschung & Lehre. Sie ist geprägt durch den Aurajoki und eine sehr alte Metropole mit einem modernem Gesicht.

Da wir am Samstag Abend dort waren, haben wir hautnah miterleben dürfen, wie sich der Aurajoki in eine Partymeile verwandelt hat, sowohl neben als auch auf dem Wasser. Es gibt hier viele Party- und Restaurantschiffe. Auf einen Stadtrundgang haben wir dann 3 der 7 Hügel von Turku bestiegen und tolle Ausblicke auf die Stadt und die Umgebung gehabt. Wir sind durch einige Parkanlagen gegangen und haben das Observatorium und den Dom von außen besichtigt. Auf dem Hügel des Observatorium stehen Hinweistafeln, auf denen die Meeresspiegelhöhe von 4.000 v. Chr. und 5.000 v. Chr. abzulesen sind. Demnach wäre Turku damals also komplett unter Wasser gewesen.

Der Dom entstand im 13. Jahrhundert aus einer kleinen Holzkirche heraus und steht heute als imposantes Bauwerk da. Einige Pub’s in Turku haben eigentümliche Bezeichnungen wie „Bank“, „Schule“ oder „Apotheke“. Im „Old-Bank-Pub“ kann aus über 150 verschiedenen Biersorten wählen, na dann mal Prost. Nach einem köstlichen Essen sind wir dann gegen 23.30 Uhr bei taghellem Licht zurück zum Auto und die Parties am Aurojoki gingen noch lange weiter.

Rauma

Am Sonntag sind wir dann bei herrlichem Sonnenschein ins ca. 80 km entfernte Rauma gefahren. Die Altstadt mit ihren ca. 150 Holzhäusern, teils renoviert, teils verfallen, sind von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden. Viele sind Wohnhäuser, aber es gibt auch Geschäfte und verschiedene Lokalitäten und einen Markplatz, auf dem 4 junge Finnen Blechblasmusik zum Besten gaben. Von dort sind wir zum Bootshafen, an dem ein 18,6 m hoher Aussichtsturm steht. Von diesem hatten wir dann einen schönen Rundblick.

Jyväskylä

Anschließend ging es weiter in Richtung Jyväskylä. Das Wetter war jetzt mehr als wechselhaft. Eben noch strahlender Sonnenschein, schüttete es ein paar Kilometer weiter wie aus Eimern! Da wir ja nun schon einige Kilometer in Finnland zurückgelegt haben, können wir mal festhalten: Die Finnen rasen nicht – innerorts 50 km/h, manchmal sogar nur 40 km/h und außerhalb der Ortschaften 80 – 100 km/h. Es wird auch eher nicht gedrängelt, Blitzer werden angekündigt und Elchquerungen auf Verkehrsschildern auch. Noch ist uns keiner begegnet!

Wir haben dann auf einem Campingplatz in Jämsänkoski die Nacht verbracht. Sehr ruhig, direkt an einem See gelegen, war auch das Wetter wieder sehr schön. Um Mitternacht hatten wir noch die Helligkeit wie sonst am Nachmittag. Andreas kam mit einem Motorradfahrer aus Essen ins Gespräch. Dieser umrundete die Ostsee und wollte sich danach mit einem Freund in Tallin treffen, um anschließend für eine Woche nach St. Petersburg zu fahren.
Am nächsten Tag haben wir uns zunächst Jyväskylä angesehen. Viele Studenten und somit viele Pub’s, Café’s und Bar’s prägen das ansonsten weniger spannende Stadtbild. Es gibt das Aalto-Museum, ein Stadttheater und ein Museum für Handwerk und Kunstgewerbe.

Oulu

Nachdem wir die Stadt durchstreift und dabei so einige Kuriositäten entdeckt und die Kirche besichtigt hatten, sind wir dann nach Oulu gefahren und das hat sich sehr gelohnt! Ein unglaublich lebhafter Ort mit der zweitgrößten Universität des Landes.

Umgeben von Wasser geht man immer wieder über Brücken, vorbei an kleinen Häfen und es sind überall Boote unterwegs. Besichtigt haben wir dann die imposante Domkirche von 1777. Innen beeindrucken gerade Linien, helle Oberflächen, Marmor und schlichte Malereien sowie eine mächtige Orgel mit 62 Registern. Wir hatten Glück und konnten einem Probestück lauschen.

Danach gingen wir durch die Innenstadt und schlenderten letztlich über einem Markt, auf dem viele regionale Produkte angeboten wurden. Auch internationale Stände boten Köstlichkeiten und landestypische Produkte an. Hier gaben sich einheimische und Touristen ein Stelldichein. Aus einigen Ecken drang Musik, aus anderen lebhafte Diskussionen. Die Gerüche der verschiedenen frisch zubereiteten Speisen luden zum probieren ein. Der Markt war umgeben von alten Lagerschuppen aus Holz und daneben standen dann die modernen Gebäude der Bibliothek und des Theaters. Oulu gefiel uns sehr, aber wir wollten ja noch weiter nach Rovaniemi.

Kemijoki

Unterwegs wurde es von km zu km sonniger und wärmer. Wir kamen an einer Flussquerung mit kleinen Stomschnellen vorbei, in dem Fliegenfischer ihrem Hobby nachgingen. Dieser Anblick erinnerte uns an Szenen aus dem Film „Aus der Mitte entspringt ein Fluß“.

21 Grad hatten wir, als wir in Kemi, der Seaside-Station von Santa Claus, direkt am Meer eine Pause einlegten. Santa Claus war aber gerade nicht da … – Wir fuhren dann immer am Kemijoki – dieser führt von Kemi nach Rovaniemi – entlang und grillten an einer Badestelle leckeren Lachs. Solche Plätze findet man die gesamte Strecke entlang und es ist meistens keine Menschenseele dort. Eine wunderbare Stelle direkt in der Natur.

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Let the adventure begin… https://terra-tourer.de/let-the-adventure-begin?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=let-the-adventure-begin https://terra-tourer.de/let-the-adventure-begin#comments Fri, 05 Jul 2019 21:10:26 +0000 https://terra-tourer.de/?p=1366

Norwegen 2019

Travemünde

Nun ist es endlich soweit, wir sind unterwegs. Unsere Anreise zu unserem Hauptreiseziel Norwegen erfolgt über Schweden und Finland. Auf Finnland sind wir schon ganz gespannt, da wir hier noch nie waren. 

Wir sind am Montag Nachmittag gegen 16.00 Uhr, bei strahlendem Sonnenschein, Richtung Travemünde aufgebrochen. Dort haben wir uns dann in der Nähe des Hafens einen Stellplatz gesucht und übernachtet. Am anderen Morgen sind wir dann die 6 km nach Travemünde zur Fähre gefahren. Da wir uns bereits online eingecheckt hatten, konnten wir am Fähranleger die Fastlane nehmen und mussten so nicht in der Warteschlange stehen, um auf die Fähre zu fahren. Wir legten pünktlich um 09.30 Uhr ab.

Skåne – Ystad

Erst unterwegs bemerkten wir, dass es gar nicht auf direktem Wege nach Trelleborg ging, sondern erst einmal nach Rostock Warnemünde. Na gut, geht die Fahrt halt ein wenig länger. Der Kapitän kündigte windiges Wetter an, die Überfahrt war aber trotz Windstärke 6 sehr entspannt und sonnig. Also konnten wir das Buffet an Board entsprechend genießen und auch raus aufs Deck gehen. Gegen 19.15 Uhr legte die Fähre dann in Trelleborg an. Wir fuhren auf direktem Wege zu unserem Lieblingsübernachtungsplatz in Skåne, der kurz vor Ystad liegt. Es ist ein Parkplatz an einem Badestrand mit direktem Meerblick, an dem wir schon 2 mal waren. Hier stehen meistens 5-6 Reisemobile und übernachten dort.

Am kommenden Morgen haben wir nach dem Frühstück noch ein wenig Frühsport und Yogaübungen am Strand gemacht. Zurück am Auto sprach uns unser Nachbar auf unsere Webseite an, die ihm sehr gefallen hat. Er selbst kam aus Berlin und war mit seinem Hund unterwegs. Erst seit einem Jahr wieder in Deutschland zurück, lebte er vorher 10 Jahre in Kanada und wollte jetzt eine ähnliche Tour wie wir machen. Von der Nordspitze Norwegens durch ganz Norwegen wieder zurück, nur das er den Hinweg durch Schweden fahren wollte. Vielleicht treffen wir uns in Norwegen ja noch einmal wieder.

Wir sind dann in Richtung Kappelskär aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin haben wir in Jonköpping am Vättern gegen Mittag direkt am See eine Pause gemacht und sind eine Runde spazieren gegangen.

Jonköpping am Vättern

Kolmarden

Weiter ging es dann, zunächst noch ein Stück am Vättern entlang, über Lynköping und Norrköping und dann sind wir in Kolmarden gelandet. Kolmarden liegt direkt am Braviken, einer ca. 50km langen Bucht, die von der Ostsee bis Norrköping reicht.

Wir haben direkt am Hafen gestanden, hatten freien Blick auf die Bucht und das Wasser war zum Greifen nah. Abends beim Essen konnten wir eine kleine Schwanenfamilie beobachten und den Blick auf die Bucht genießen. Nebenbei haben wir der Livemusik aus dem in der Nähe gelegenen Restaurant gelauscht. Bei einem Verdauungsspaziergang entdeckten wir dann noch einige Kunsthandwerksläden und eine Steinmetzwerkstatt.

Nach dem Aufstehen erst mal das Wetter gecheckt. Es war sonnig, aber auch sehr windig und frisch. Also erst einmal Kaffee gemacht und gefrühstückt. Auf einmal kamen ganz viele Autos auf den kleinen Hafenparkplatz. Wie sich kurze Zeit später herausstellte, waren dies alles Teilnehmer eine Yogagruppe, die dann auch prompt mit ihrer Outdoor-Yoga-Stunde auf dem Bootssteg begann und ca. 45 Min. Yoga in herrlicher, sonniger Morgenluft zelebrierte. Wir haben uns das ganz gemütlich beim Frühstück angeschaut und fühlten uns danach auch irgendwie fitter. Nach einem kurzen Rundgang am Hafen sind wir dann aufgebrochen.

Nyköping

Die nächste Zwischenstation war Nyköping. Dort haben wir uns am Hafen einen Stellplatz gesucht und uns die Stadt angesehen. Der Hafen besticht einerseits durch alte Handels- und Kunsthäuser und andererseits durch moderne Wohnarchitektur.

Hier traf uns dann auch gleich das Malheur des Monats: Ein Windbö wehte mir die Sonnenblende des Kameraobjektivs aus der Hand und schwups, war sie auch schon im Hafenbecken versunken.

Danach sind wir am Nyköpingshus, einer Burg, vorbei gegangen in Richtung Innenstadt und haben die St. Nikolai Kirche besichtigt. Diese war sehr schlicht gehalten und in bemerkenswert gutem Zustand. 

Anschließend sind wir durch die Fußgängerzone geschlendert und haben uns in einem netten Café mit einem typischen kleinen Innenhof gestärkt. Die hier ansässigen Spatzen waren nicht verlegen bis auf die Tische zu fliegen, um auch etwas abzubekommen.

 

Auf dem Rückweg zum Hafen sind wir dann durch das Burgareal gegangen. Hier sollte abends eine historische Theateraufführung stattfinden. Die Bühne samt Tribünen im Burghofe und kleine Holzbuden drumherum stimmten schon einmal darauf ein. Prompt sind wir dann auch von 3 entsprechend verkleideten Schauspielern angesprochen worden, die wohl gerade auf Werbetour waren und Flyer verteilten.

Das Ensemble des „Theater Sörmland“ besteht für dieses Stück aus 10 Berufs- und 30 Laienschauspielern. Einer der 3 Schauspieler hat uns dann auch eine kurze Zusammenfassung von dem Theaterstück gegeben.

Das Stück hat den Titel „ANNO 1317“ und handelt von einem schwedischen König, der seine 2 Brüder in kriegerischen Zeiten zu sich bestellte, um sich mit ihnen zu versöhnen. Dies war jedoch eine List, da er seine Brüder nach dessen Ankunft in den Kerker steckte, in dem sie im kalten Winter zu Tode kamen. Aus Rache hat die Bevölkerung dann den Kronprinzen enthauptet und die Tochter von einem der getöteten Brüder wurde später dann Königin von Norwegen und Schweden.

Da wir jedoch weiter nach Kappelskär wollten, konnten wir uns das Theaterstück in dieser tollen Kulisse am Abend leider nicht live ansehen.

Kappelskär

Also ging es weiter über Stockholm nach Kappelskär. In Stockholm hatten wir dann, metropolentypisch, einige Staus und ab hier fing es auch an zu regnen, an einem bislang so tollen und sonnigen Tag.

In Kappelskär haben wir dann direkt am Fähranlegerparkplatz geparkt und übernachtet, bei Regen und teils stürmischen Böen. Hier haben wir dann mit einem Nachbarn gesprochen, der aus Frankfurt kam und mit seiner aus Finnland stammenden Frau ebenfalls auf dem Weg nach Finnland war. Sie fahren diese Tour bereit seit über 40 Jahren und er hat uns dann noch einiges aus früheren Zeiten erzählt.

Am anderen Morgen sind wir schon um 06.30 Uhr aufgestanden und haben dann früh auf die Fähre eingecheckt. „ATLAS“ mussten wir dann auf Anweisung des Personals auf dem offenen Oberdeck, zwischen den Lkws, abstellen. Und es regnete schon den ganzen Morgen in Strömen.

Kappelskär – Naantali über die Åland Inseln

Das tolle an dieser Fährverbindung ist jedoch, dass sie durch die Schären und die Åland Inseln fährt und das es 2 Buffet-Mahlzeiten kostenfrei dazu gibt. Ebenso wie die Nacht, war auch die erste Teilstrecke der Fährfahrt sehr stürmisch und regnerisch und wir hatten ganz schön Wellengang. Dies legte sich dann zum Glück aber nach einiger Zeit und der Himmel wurde heller, die Sonne kam raus und die See wurde ruhiger.

Das erste Buffet haben wir dann auch ausgiebig genutzt und dann die Fahrt durch die Schären zu den Åland Inseln sehr genossen. Gegen 13.15 Uhr haben wir dann in Långnäs zu einem Zwischenstopp angelegt.

Auch der Rest der Fährfahrt durch unzählige kleine und große Inseln war wunderschön und das Schauen wurde nicht langweilig. Nach dem Anlegen der Fähre sind wir in Naantali geblieben und zu einem kleinen Parkplatz direkt an einem Bootshafen gefahren.

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